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13.02.2018
Airbnb und Baselland einigen sich zu Kurtaxen-Erhebung
Airbnb wird ab dem 1. April im Kanton Baselland automatisiert die Gasttaxen von allen Anbietern einziehen, die über die Internetplattform Ferienunterkünfte anbieten. Die Gebühren leitet Airbnb an Baselland Tourismus weiter.

Mit der automatisierten Einforderung der Kurtaxen bei Airbnb-Gästen ist Baselland der zweite Kanton nach Zug, mit dem die Internetplattform eine Vereinbarung geschlossen hat, wie Airbnb und Baselland Tourismus am Dienstag mitteilten. Zug Tourismus hatte Mitte Juni 2017 eine Vereinbarung mit Airbnb getroffen.

Die Gäste in Baselland bezahlen pro Tag eine Taxe von 3,50 Franken. Dafür erhalten sie eine räumlich unbegrenzte Fahrkarte für den Tarifverbund Nordwestschweiz und einen Gästepass, der ihnen eine Ermässigung für rund 50 Freizeit- und Tourismuseinrichtungen gewährt. Darüber hinaus wird mit dem Geld von den Gästen das Tourismusangebot im Kanton «zielgerichtet gefördert», wie es in der Mitteilung heisst. Seit der Einführung der Gasttaxe im Jahr 2014 seien auf diese Weise über 40 Projekte realisiert worden.

Weniger Aufwand für Anbieter
Airbnb verweist darauf, dass die Gastgeber die Gasttaxe ohnehin entrichten müssten, über die Vereinbarung jedoch ihren erheblichen Aufwand reduzieren könnten. «Wir blicken der Zusammenarbeit mit Airbnb sehr positiv entgegen. Das digitale Einziehungsverfahren sichert die lückenlose Umsetzung des kantonalen Gasttaxengesetzes auf eine sehr effiziente Weise. Durch Airbnb haben unsere Gastgeber die Möglichkeit, internationale Gäste, die persönliche Übernachtungsangebote suchen, bei sich willkommen zu heißen. Ein progressiver Umgang mit dem veränderten Reiseverhalten der Menschen kommt nicht nur den Gastgebern zugute, sondern auch unserer lokalen Wirtschaft und der touristischen Infrastruktur», lässt sich Tobias Eggimann, Geschäftsführer Baselland Tourismus zitieren.

Die meisten Gastgeber sind laut Airbnb Privatpersonen, die einzelne Zimmer in ihrem Zuhause oder gelegentlich die ganze Wohnung an Gäste vermieten, wenn sie selbst abwesend sind. Darüber hinaus nutzten jedoch auch professionelle Anbieter, wie beispielsweise Bed&Breakfasts die Plattfom als zusätzliche Möglichkeit der Vermarktung. 2017 habe Airbnb 3700 Ankünfte aus aller Welt in Baselland verzeichnet.

Langwierige Verhandlungen
Wenn derartige Vereinbarungen für die Gäste keine Nachteile und für die Anbieter nur Vorteile bringen, fragt sich, warum die Verhandlungen mit den kantonalen Tourismusorganisationen bisher so langwierig waren. Verhandelt wird mit verschiedenen Kantonen und auf der Ebene einzelner Städte schon seit Jahren. Zudem schwelt der Zwist um die Kurtaxe, weil professionelle Wohnungs- und Zimmeranbieter im Vergleich zur privaten Konkurrenz eine Gleichbehandlung fordern, und zwar nicht nur bei Taxen, sondern auch bei der Hygiene und im Feuerschutz.

Aufwändig seien die Verhandlungen, weil in der Schweiz jeder Kanton unterschiedliche Voraussetzungen mitbringe. Es müsse grundsätzlich seitens der Kantone eine Bereitschaft zur Übereinkunft bestehen und die technische Umsetzung sei nicht «von heute auf morgen möglich», hielt eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur sda fest. «Wir sehen aber konstruktive Gespräche, nicht zuletzt, weil die Schweiz positiv gegenüber der Digitalisierung eingestellt ist.»

Grosse Tourismuskantone fehlen noch
Zug Tourismus zog Mitte Januar eine positive Bilanz nach den ersten sechs Monaten der Vereinbarung mit Airbnb. Die automatisierte Einziehung der Beherbergungsgebühr über die Internetplattform für private Ferienunterkünfte laufe wie vereinbart, hiess es damals. Zudem verzeichnet Zug Tourismus ein Plus bei den Logiernächten durch die Zusammenarbeit mit Airbnb.

Dennoch stehen Vereinbarungen zur automatischen Einziehung von Kurtaxen mit den grossen Tourismuskantonen Wallis, Graubünden, Bern oder Tessin noch aus. Airbnb stehe mit weiteren Kantonen zu ähnlichen Vereinbarungen im Dialog, heisst es dazu lediglich. Welche Kantone als nächstes innerhalb welchen Zeitraums folgen werden, lässt die Sprecherin offen. Beim Kanton Fribourg sind jedoch die Gespräche bereits weit fortgeschritten. (sda/og)

  
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