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meinung
12.01.2017
Mit Mut und gesundem Selbstbewusstsein
Zeigen wir der Welt, dass wir nach wie vor Ausserordentliches leisten können.
Gastkommentar von Andreas Züllig / htr hotel revue vom 12. Januar 2017

Am 1. Januar habe ich mein drittes Jahr als Präsident von hotelleriesuisse in Angriff genommen. Zeit für eine Zwischenbilanz: Zwei Jahre sind kurz – vor allem, wenn man das schwierige Umfeld mit den massiven Währungsturbulenzen berücksichtigt, in dem ich mein Amt antrat. Mein erstes Fazit ist durchaus positiv: Wir konnten uns als Wirtschaftsverband mit der Kernkompetenz «Beherbergung» behaupten, das politische Lobbying ausbauen und mit der «Strategie 2021» ein überzeugendes Konzept verabschieden.

Im neuen Jahr geht es nun darum, die von den Delegierten im Juni 2016 genehmigte «Strategie 2021» umzusetzen. Unser Leitsatz lautet: «Wir sind der Verband der innovativen und nachhaltigen Beherbergungsbetriebe.» Nun wollen wir diesen Leitsatz mit Massnahmen konkretisieren. Wir möchten unseren Mitgliedern und Partnern einen Mehrwert bieten, der über die Dienstleistungen eines Wirtschaftsverbandes hinausgeht.

Die Herausforderungen sind nach wie vor gross: Als standortgebundene Exportindustrie mit lokalen Kosten gilt es, im internationalen Wettbewerb die Rahmenbedingungen laufend zu verbessern. Das heisst: keine zusätzlichen Auflagen, Vorschriften, Regulierungen und vor allem keine zusätzlichen Kosten. Denn dies würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche weiter schmälern. Die Schweiz

ist als Hochkosteninsel mit Mitbewerbern in Reichweite ganz speziell gefordert. Ich sehe jedoch, dass der Wille vorhanden ist, die Herausforderungen zu meistern und dass sich bereits einiges bewegt hat.

Die Schweiz als Tourismusland hat sehr grosses Potenzial: wunderbare Landschaften und authentische Kulturräume. Vom Bodensee bis zum Genfersee, von Basel bis Lugano bieten wir auf kleinem Raum Erlebnisse, die einmalig sind. Es ist zu hoffen, dass wir mit Mut, Innovation und einem gesunden Selbstbewusstsein die Chancen, die sich uns bieten, auch packen. Zum Beispiel mit einer Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026. Zeigen wir der Welt, dass wir nach wie vor Ausserordentliches leisten können; ob in der Westschweiz, in der Ostschweiz oder als gesamtschweizerisches Projekt.

Herausforderungen wie der technologische Wandel bleiben uns erhalten. Die neuen Technologien bieten sowohl Chancen als auch Risiken und werden uns weiter beschäftigen. Im globalen und digitalisierten Markt haben wir nur eine Chance, wenn wir uns ein klares Profil geben, zeigen, wofür wir stehen und welche Gästegruppen wir ansprechen möchten. Dazu müssen wir uns vernetzen und regionen- und kantonsübergreifend zusammenarbeiten. Schliesslich wollen wir am Ende besser sein als die anderen: Wir wollen unsere Gäste verblüffen und begeistern!

Ich glaube an den Tourismus und an die Hotellerie in der Schweiz. Die Menschen suchen das Authentische: regionale Produkte, regionale Küche, spezielle Geschichten und kulturelle Erlebnisse.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Innovationskraft und ein erfolgreiches Jahr!


Andreas Züllig ist Präsident hotelleriesuisse und Gastgeber im Hotel Schweizerhof Lenzerheide.

 

  
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