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naturschutz
6.02.2018
Grimselverein wehrt sich gegen Wasserkraftwerk Trift
Im Gegensatz zu anderen Umweltverbänden lehnen Grimselverein und Aqua Viva das geplante Trift-Wasserkraftwerk der Kraftwerke Oberhasli (KWO) ab. Beide Verbände wehren sich mit einer Beschwerde gegen das im November eingereichte Konzessionsgesuch.

Die einzigartige Landschaft unterhalb des Triftgletschers würde durch den Bau «unwiederbringlich zerstört», schreiben Grimselverein und Aqua Viva. Das nationale Interesse, diese einmalige Hochgebirgslandschaft zu schützen, sei höher zu gewichtigen als die «mickrige» Steigerung der Energieproduktion um 0,2 Prozent.

Die beiden Organisationen fordern deshalb die Behörden auf, die Ausdehnung der KWO-Konzession auf das Kraftwerk Trift zu verweigern. Sollte die Konzession trotzdem erteilt werden, verlangen Grimselverein und Aqua Viva vom Kanton Bern einen Verzicht auf den Bau weiterer Wasserkraftwerke auf Kantonsgebiet.

Rückzug des Triftgletschers
Auch solle das Triftwasser oberhalb des geplanten Stausees nicht genutzt werden dürfen, und die Restwassermengen müssten erhöht werden. Die Einsprecher regen zudem eine Kraftwerk-Variante an, bei der lediglich das bestehende Volumen des Triftsees genutzt wird. Durch den Rückzug des Triftgletschers hat sich in den letzten Jahren im Gletschervorfeld bereits ein See gebildet. Deshalb sehen die Kraftwerkbetreiber Potenzial für ein Wasserkraftwerk von nationaler Bedeutung.

Der neue Triftsee soll über ein Stauvolumen von 85 Millionen Kubikmeter verfügen und mit dem geplanten Kraftwerk eine Fallstufe von rund 440 Metern nutzen. Geplant ist eine Leistung von 80 Megawatt und eine jährlich produzierte Energiemenge von 145 Gigawattstunden. Dies entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von 30'000 Haushalten.

WWF und Pro Natura schlucken Kröte
Anders als Grimselverein und Aqua Viva beurteilen die Umweltverbände WWF, Pro Natura sowie der Fischereiverband das Projekt positiv. Sie gaben bereits letzten Herbst nach einem mehrjährigen Einigungsprozess grünes Licht. Man akzeptiere «ein grosses Werk damit weitere Gewässer verschont bleiben», schrieben die drei Organisationen damals. Das Kraftwerk produziere Strom, der wirklich gebraucht werde. Die Beeinträchtigungen der Natur seien in einem vertretbaren Rahmen und würden ausreichend kompensiert.

Die Umweltverbände knüpften ihr Ja zum Projekt jedoch an die Erwartung, dass der Kanton Bern auf weitere Kleinwasserkraftwerke an unberührten und wertvollen Gewässern verzichte. Denn mit dem Bau des Trift-Werks würden die Ziele der Berner Wasserstrategie bereits übertroffen. (sda/og)

  
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