»
schiffszuschlag
6.02.2018
Zürcher Schiffs-Fünfliber brachte 2,4 Millionen Mehreinnahmen
Seit einem Jahr müssen Passagiere auf dem Zürichsee zusätzlich zum ordentlichen ZVV-Ticket einen Zuschlag lösen. Der umstrittene Schiffs-Fünfliber führte zwar zu einem Drittel weniger Fahrgäste – dennoch bleiben unter dem Strich Netto-Mehreinnahmen von 2,4 Millionen Franken.

Der Schiffszuschlag wurde im Rahmen des kantonalen Sparprogrammes Lü16 eingeführt. Ziel der Volkswirtschaftsdirektion sowie des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) war es, das jährliche Defizit der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) zu senken. Erwartet wurden Netto-Mehreinnahmen von drei Millionen Franken.

Bis Ende 2017 wurden gemäss einer Mitteilung des ZVV vom Dienstag fast 600'000 Einzelzuschläge sowie 530 Jahres- und über 1300 Monatszuschlags-Abonnemente verkauft. Dies führte zu neuen Einnahmen in der Höhe von über 3,5 Millionen Franken.

Passagier-Rückgang überrascht nicht
Wegen des Schiffs-Fünflibers war aber gleichzeitig ein markanter Passagierrückgang zu spüren: Statt 1,6 Millionen Fahrgäste (Fünfjahres-Durchschnitt) wurden nur noch 1,1 Millionen registriert. Dies entspricht einem Minus von rund 30 Prozent. Laut ZVV-Mitteilung war ein Frequenzrückgang «in dieser Grössenordnung erwartet worden».

Während bei den ordentlichen Tickets damit Einnahmen wegfielen, stieg zudem der Personalaufwand durch das notwendige Einkassieren des Schiffs-Fünflibers. Zudem fielen Bundessubventionen weg. Unter dem Strich verblieben damit gemäss ZVV aber trotzdem noch Mehreinnahmen von 2,4 Millionen Franken. Damit sei das angestrebte Ziel noch nicht ganz erreicht worden, schreibt der ZVV. Er und die Volkswirtschaftsdirektion gehen aber «aufgrund der positiven Erstjahreszahlen davon aus, dass sich das finanzielle Ergebnis aus dem Schiffszuschlag in den nächsten Jahren weiter verbessern wird». Wegen der rückläufigen Passagierzahlen ist der Schiffs-Fünfliber umstritten. Im Zürcher Kantonsrat wurde erst im vergangenen November ein dringliches Postulat mit 91 zu 74 Stimmen nur knapp abgelehnt, welches die sofortige Abschaffung des Zuschlags gefordert hatte. (sda/og)

  
aktuelle Ausgabe der htr

» epaper
» abo
» archiv
» mediadaten

Die htr erscheint neu 14-täglich.

htr immobilienbörse

Die Online-Plattform für Hotel- und Restaurant­immo­bilien